Story

Electric Sandwich

Die Geschichte

Gegründet wurde die Band 1967 als Sessionformation, d.h. die Musik basierte vorwiegend auf reinen Improvisationen. Geprobt wurde unplugged am Kaiserbrunnen.

Der 2. Auftritt fand im Dezember im Rahmen eines Weihnachtskonzerts in der Beethovenhalle statt. Der Gitarrist „Ulipoff“ – damals schon eine Legende – trug einen Adventskranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf, der Sänger legte einen perfekten Strip auf die Bühne und die Roadies bewarfen das Publikum aus dem Hintergrund – über die Musiker hinweg – mit toten Heringen. Der Skandal war perfekt, Headlines in den Tageszeitungen. Was damals ein Skandal war, würde heute unter völlig harmlosem Punk abgeheftet. Jedenfalls war die Band mit einem Schlag weit über die Grenzen Bonns bekannt und spielte danach mit großem Erfolg auf jedem Unifest.

1970 formierte sich die Band neu. Mit dem Gitarristen Jörg Ohlert, dem Bassisten Klaus „Lory“ Lormann, dem Drummer Wolf „Lupus“ Fabian und dem Frontmann Archy Carthaus entstand die erfolgreiche Formation, die seitdem nur noch eigene Titel spielt.

1971 veranstaltete die Fernsehzeitschrift „Hör Zu“ ein Festival in der Niedersachsenhalle in Hannover. Obwohl die Bewerbung abgelehnt wurde, fuhr die Band nach Norddeutschland und es kam wie es kommen musste: „Jetzt sind die Jungs so weit gefahren, dann dürfen sie auch auftreten“. Der Erfolg war grandios. Electric Sandwich belegte zusammen mit den Scorpions den zweiten Platz und erhielt auf dem damals legendären Metronom Brain Label einen Plattenvertrag. Die Band tourte mit Steamhammer, Uriah Heep & der Record Beatshow von Radio Luxemburg. Die Single „On my mind“ schaffte es in die „Großen Acht“ dieses damals sehr populären Radiosenders. Das TV Jugendmagazin Rhinozeros brachte ein 30 Minuten Spezial über die Band.

Bedingt durch das Studium der Musiker kam der Erfolg zum Erliegen.

Erst als Jörg die Bandmitglieder zu seinem 50. Geburtstag einlud, entfachte sich das Feuer wieder. Rückschläge gehören leider auch zu dem Revival. Der plötzliche Tod des Frontmanns Archy Carthaus traf die Band schwer. Erst nach vielen Monaten wurde mit Niggy Lehmann ein adäquater Nachfolger gefunden. Gerd Weber kam als zweiter Leadgitarrist hinzu und Hans Greuel, Absolvent der Musikhochschule Köln, übernahm den Bass für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen „Lory“.

Die LP wird mittlerweile im Internet als seltenes Sammlerstück gehandelt und erreichte schon Beträge in Höhe von 700 Dollar. Das darauf enthaltene Kultstück „China“ mit dem hypnotischen Beat läuft heute noch in den Discotheken auf Ibiza und wurde 2004 von dem ROLLING STONE Magazine noch einmal veröffentlicht. Der ROLLING STONE schreibt dazu: „Das originelle Instrumentalstück CHINA ist Fusion im besten Sinne“. Die LP wird heute als CD über UNIVERSAL MUSIC vertrieben.

Die Stücke für die zweite LP, zu deren Veröffentlichung es damals nicht mehr kam, erscheinen demnächst auf einer CD mit dem Titel „Lava“. Auch die neuen Songs werden auf einer weiteren CD veröffentlicht.